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Die Dominikanische Republik: Eine unerschöpfliche und in der Welt einzigartige Destination

Kolonialen Sektors
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Kolonialen Sektors

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Santo Domingo de Guzmán, modern und weltoffen, war die Wiege der amerikanischen Zivilisation während des 15. und 16. Jahrhunderts. Gegründet wurde die Stadt vom Admiral Don Bartolomé Colón im August 1496 und ist somit die älteste Stadt der neuen Welt. Die Ciudad Colonial, die innerhalb ihrer goldenen Felsen rund dreihundert Monumente beherbergt, wurde 1990 durch UNESCO Santo Domingo zu einem „Weltkulturerbe" ernannt.

Aus diesem Grund haben das Tourismus- und das Kulturministerium ein fortdauerndes Programm mit 8 Routen für den Kulturtourismus erarbeitet, die zum Ziel haben, die Tatsache zu ehren, dass Santo Domingo 1990 durch UNESCO zu einem „Weltkulturerbe" ernannt worden ist aufgrund des Einflusses dieser Stadt auf die Architektur und die Stadtplanung in Amerika, aufgrund des historischen Wertes der Stadt und aufgrund dessen, dass die Stadt mit Tatsachen und Geschehnissen von universeller Bedeutung verbunden ist.

Im Folgenden werden die Gebiete der Kulturtourismus-Routen beschrieben, die den Sinn haben, Einheimischen und Ausländern die Eigenschaften der Monumente in der Zona Colonial der ersten Stadt Amerikas zu zeigen; Monumente, die Sie unbedingt bei Ihrem Besuch bei uns besichtigen sollten.

Mit seinen kolonialen Gebieten, die den Ozama-Fluss entlang der Hafenallee und den wunderschönen Malecón (Seeseite) bis hin zu den Gewässern des karibischen Meeres säumen, weitet sich die Stadt östlich und westlich mit modernen Alleen und Wegen zur geistigen Entspannung aus, die eine Umgebung reich an einzigartigen Kontrasten ihrer Art bieten.

callelasdamasWir beginnen unseren Rundgang in der Straße Las Damas in der Zona Colonial, der ältesten Straße der ersten Stadt. Wenn wir einen abstrakten Blick auf unsere Umgebung werfen, sehe ich Doña María de Toledo durch die Straße promenieren, begleitet von ihren spanischen Hofdamen.

Wir kommen zum Paseo de los Nichos, einer bezaubernden Fußgängerzone, die heute den Namen eines berühmten Bürgers trägt, Dr. Arturo Pellerano Alfáu, dem Gründer der Tageszeitung Listín Diarío. Gegenüber befindet sich ein Militärkomplex, aus dem sich der Torre del Homenaje erhebt, ein massiver Turm des Mittelalters, der von 1503 bis 1507 auf Befehl des Fray Nicolás de Ovando erbaut wurde.

Es ist das älteste militärische Bauwerk und darauf wehten von 1503 bis 1925 die Fahnen aller sieben Nationen, die uns militärisch besetzt hatten. Ein volkstümliches Couplet, das von Pater Vázquez stammen soll, beschreibt diese leidvolle Situation auf folgende Art:

"Gestern wurde ich als Spanier geboren, am Nachmittag war ich Franzose, in der Nacht Äthiopier, heute sagt man, ich sei Engländer, ich weiß nicht, was aus mir werden soll..."

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Die Geschichte der Festung ist voller interessanter Ereignisse. Am 9. Juli 1509 hielt dort Don Diego Kolumbus in einer pompösen Zeremonie seinen triumphalen Einzug. Don Diego Kolumbus, der auch die Titel Vizekönig der Neuen Welt, Admiral des Ozeanischen Meeres, I. Herzog von Veragua, I. Graf von Jamaika und Gouverneur der Insel Hispaniola innehatte, wurde von seiner Gemahlin begleitet, der Vizekönigin María de Toledo. Außerdem folgten ihm seine Onkel Bartholomäus und Diego Kolumbus und sein Bruder Fernando, ein unehelicher Sohn des Admirals Christoph Kolumbus, sowie ein Gefolge von Rittern mit ihren Ehefrauen und deren Hofdamen.

Im Vorhof des Platzes können wir eine Statue heroischen Ausmaßes von Gonzalo Fernández de Oviedo sehen, einem Chronisten, der um 1533 in den uralten Mauern des Turmes „Die Allgemeine Geschichte Westindiens" schrieb.

Teil der militärischen Anlage bildet das Bastidas-Haus. Rodrigo de Bastidas war 1512 Ehrenbürgermeister der Stadt Santo Domingo, und dort, in seinem ehemaligen Herrenhaus, sind heute kulturelle Institutionen und ein Laden untergebracht, wo Sie feine kunstgewerbliche Artikel erstehen können.

Vor uns steht jetzt eines der ersten fünfzehn Gebäude, deren Bau 1504 von Ovando angeordnet wurde. Heute beherbergt es das Büro der Gesellschaft der dominikanischen Bücherfreunde, einer Vereinigung, deren Hauptziel es ist, literarische Werke zu retten, die dominikanische Themen behandeln. Diese werden dann in Luxusausgaben herausgebracht und an die Mitglieder ausgegeben.

Dem westlichen Weg folgend liegt nach Überqueren der Straße El Conde das Haus von Hernán Cortés. Auch dieses ist eins der fünfzehn Häuser von Ovando und man nimmt an, dass dort der Schreiber die Strategie seiner Expedition ersann, um Moctezumas Krone in Mexiko zu erobern.

Gleich dahinter finden Sie den „María de Toledo"-Platz, an dem jeden Sonntag ein Flohmarkt besucht werden kann.

Dieses Gebäude mit strenger Fassade wurde zwischen 1714 und 1745 erbaut, um die Jesuitenkirche zu beherbergen. Es wurde 1958 restauriert und in das Panteon Nacional (Nationalpantheum) umgewandelt. Das Hauptschiff bildet zusammen mit den seitlichen Kapellen ein Kreuz und seine Überschneidung ist eine Kuppel, an dem ein grandioser Bronze-Kronleuchter aufgehängt ist. Dieser war ein Geschenk des Generalissimi Francisco Franco an die dominikanische Regierung, Spaniens Beteiligung an der Restauration des Bauwerkes.

pateonNeben dem Panteón Nacional befindet sich das Casa de los Jesuitas (Haus der Jesuiten), eines der ältesten Gebäude der Stadt. Befehlshaber Nicolas de Ovando ordnete seinen Bau im frühen 16. Jahrhundert an. Zuerst Sitz der Universidad de Gorjón (Gorjón-Universität) wurde das Gebäude dann im Jahr 1711 zum Haus der Jesuiten.

Der Gebäudekomplex hat eine Grundfläche von 788 Quadratmetern in Form eines Vierecks und teilt sich mit dem Casa de Villoria und den Casa de las Gárgolas einen Innenhof.

Heute beherbergt es Teile des Museo de Las Casa Reales (Museum des Königlichen Hauses) und das Büro der Fundación Dominicana para el Desarollo (Dominikanische Vereinigung für Entwicklung), die Institution, die die Restauration finanzierte.

Laut der Legende kann man seltsame Geräusche hören, die von den Seelen einiger „guten" Jesuiten in ihrem Leid stammen sollen.

Gegenüber sehen wir das Casa de los Dávila (Dávila -Haus) und das Casa del Comendador de Lares (Haus des Commandeurs von Lares), Nicolás de Ovando.

Es zeichnet sich durch einwunderschönes gotisch-elisabethanisches Portal aus, das einmalig in der Neuen Welt ist und von Kunsthistorikern als ein Juwel des Allgemeininteresses angesehen wird. Daneben ein bezauberndes Gebäude, das fast vollkommen aus Backsteinen errichtet ist, ein Ort der Besinnung: Die Kapelle der Heiligen Jungfrau der Heilmittel. Es war die Privatkapelle des Dávila-Hauses, wo sich alle Bürger der Stadt beim Angelusgeläute versammelten, um zu Ehren der Menschwerdung zu beten.

Daneben sieht man die im Jahre 1753 von Francisco de Rubio y Peñaranda errichtete Sonnenuhr.

Sie zeigt immer noch die genaue Stunde unter der strahlenden Tropensonne an.

 

 

El Conde Street

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El Conde, Geschäftszentrum der Zona Colonial (Kolonialzone) von Santo Domingo ist vom Parque Colón (Kolumbuspark) bis zum Parque Independencia (Park der Unabhängigkeit) gepflastert und die einzige Fussgängerzone der Stadt. Sie trägt ihren Namen zu Ehren des Grafen Peñalva, Gouverneur der Insel Hispaniola, der 1655 die Eroberung der Stadt durch England verhinderte. Am Parque Independencia sieht man noch heute Reste der Stadtmauer, die die koloniale Stadt verteidigte. Auf der Strasse Palo Hincado in südlicher Richtung befindet sich die Puerta de la Misericordia (Stadttor des Erbarmens), wo Ramón Matías Mella am 27. Februar 1844 die nationale Unabhängigkeit ausrief.

El Alcázar, The Prince’s Palace

Vor uns, links vom San-Diego-Stadttor, befindet sich ehrfurchtgebietend und majestätisch der Alcázar de Colón.

1510 beschloss Don Diego Kolumbus, sein Heim zu bauen, und unter Leitung der zu diesem Zweck aus Spanien gebrachten Architekten arbeiteten später etwa 1.500 Eingeborene an Alcázar. Bei den Arbeiten zu diesem Monument wurden als Werkzeuge nur Säge, Meißel und Hammer benutzt.

Im prunkvollen Palast, der eine Mischung aus gotisch-maurischem Stil sowie spanischer und italienischer Renaissance ist, wurde weder in den 22 Räumen noch an den 72 Türen und Fenstern ein einziger Nagel verwendet. Letztere drehen sich immer noch auf Metallzapfen und werden mit riesigen Sperrbalken aus Mahagoni geschlossen, die in die dicken Mauern eingelassen sind.

1512 und 1513 kamen hier die beiden anderen Töchter des Paares zur Welt, Juana und Isabel. In der Kapelle, die noch vom Originalbau erhalten ist, heirateten 1517 Enriquillo und Mencía.

Vielleicht haben Sie noch nichts von dem Kaziken Guarocuya gehört, der im christlichen Glauben auf den Namen Enriquillo getauft wurde. Hier möchte ich kurz anmerken, dass Enriquillo für die Dominikaner das Symbol der Auflehnung gegen die Ungerechtigkeit ist. Seine Biographie ist voller Leidenschaft, und einer unserer großen Novellisten, Manuel de Jesús Galván, erzählt dessen Geschichte in seinem Werk, das den Namen „Enriquillo" trägt.

Von ihm gibt es viel zu berichten. Ich möchte bei Ihnen Interesse für diese Persönlichkeit wecken, indem ich Ihnen erzähle, dass 1533 Kapitän Francisco de Barríonuevo an Bord eines königlichen Schiffes mit 200 Soldaten ankam und der erste in der Geschichte festgehaltene Friedensvertrag zwischen dem alten Kontinenten und der neuen Welt von Karl V. unterzeichnet wurde.

Das Dokument, das an Enriquillo gerichtet war, bestimmte die Abschaffung der Sklaverei. Der bescheidene Indio, der als unbezwingbar und stolz galt und dessen Stärke durch Achtung und Würde seines Volkes inspiriert wurde, unterzeichnete das Dokument. Er legte es sich zum Zeichen der Annahme auf den Kopf und ordnete sofort seinen Gefolgsleuten an, von den Bergen herabzukommen und den Vertrag zu erfüllen.

Der Alcázar-Palast, auch Haus des Prinzen genannt, war der Sitz des ersten spanischen Hofes der Neuen Welt, der dort regierte.

detallealcazarDie erhaltengebliebenen Originalmauern sind stumme Zeugen der Intrigen, Freuden und Leiden, die die Nachkommen des Admirals Don Christoph Kolumbus in mehr als siebenundsiebzig Jahren durchlebten.

Der Alcázar war Sitz des vizeköniglichen Hofes. Von hier aus wurde die Neue Welt regiert, hier entwarf man die zu befolgenden Strategien und finanzierte die Expeditionen, durch die Guatemala, Kuba, Peru, Mexiko, Florida, Puerto Rico, Kolumbien und Jamaika entdeckt und kolonisiert wurden.

1955 wurde der Palast restauriert, wobei die Bauarbeiten von dem spanischen Architekten Javier Barroso geleitet wurden.

 

Parque Colón, Columbus Park

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Wenn wir auf der Straße Arzobispo Meriño bis zur Kreuzung mit der Straße El Conde weitergehen, dann gelangen wir in eine wunderschöne Fußgängerzone, in der Sie viele verschiedene nationale oder auch internationale Dinge kaufen können. Hier finden Sie die ältesten Geschäfte und Juwelierläden der Kolonialstadt.

Unter diesen Tatsachen unserer Geschichte ist es einfach unvermeidbar, sich daran zu erinnern, dass unser Land das alte „Casona" (großes Haus) Amerikas und eine verborgene Schatzkiste für all diejenigen ist, die es mit uns teilen.

Kathedrale Santa Maria de la Encarnación, die erste Erzbischöfliche Kathedrale der Neuen Welt

Bei einer Zählung kommt man in der Kolonialzone auf etwa dreihundert Monumente, Kirchen, Straßen und Wohnhäuser. Sicherlich ist es aber nicht empfehlenswert, alle in einer einzigen Reise zu besuchen. Was Sie sich allerdings nicht entgehen lassen sollten, ist der Besuch einer der Orte, auf die die Dominikaner wirklich stolz sind: die Kathedrale Santa Maria de la Encarnación, die erste Erzbischöfliche Kathedrale der Neuen Welt.

In der Zeitepoche, in der die Renaissance in Spanien eine Etappe der Anpassung durchlebte, erhielt der Architekt Alonso de Rodríguez durch Königlichen Erlass am 25. Mai 1510 den Auftrag zum Bau einer Kathedrale in Santo Domingo de Guzmán.

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Am 13. Juni des gleichen Jahres lief er mit elf Konstrukteuren und zwei Steinmetzen zur Insel Hispaniola aus. Don Diego Kolumbus legte den Grundstein und die Arbeiten gingen voran. Jedoch weckte die Bewegung, die durch die Expeditionen der Eroberer auf der Insel ausgelöst wurde, in den Arbeitern den Wunsch, selbst dem Abenteuer nachzueilen und sie lösten ihre Verträge auf. Alonso de Rodríguez trat mit den Bauplänen seine Reise nach Mexiko an und errichtete dort die Kathedrale im heutigen Mexiko-City.

1519 kam der Bischof Alejandro Geraldini auf die Insel, und als er feststellte, dass die Kathedrale noch eine Hütte war, während die Gläubigen in kleinen Palästen wohnten, beklagte er sich bitter darüber. Er versuchte, die Bauarbeiten wiederaufzunehmen und legte am 25. März 1521 symbolisch einen neuen Grundstein. Zwei Jahre später gelang ihm schließlich der Beginn der neuen Arbeiten, die 1540 - siebzehn Jahre später - als beendet angesehen wurden, obwohl der Glockenturm auch heute noch unvollendet ist.

Die Kathedrale ist eine Mischung aus Elementen der Gotik und der Renaissance, und obwohl die klassischen Formen vorherrschen, sieht man viele Einzelheiten der Spätgotik. Papst Paul III erhob sie 1546 zur Ersten Erzbischöflichen Kathedrale der Neuen Welt, womit man ihr kirchlichengeistliche Überlegenheit über die anderen in der Neuen Welt gegründeten Kirchen verlieh, eine Oberhoheit, die sie zum Mittelpunkt der Christenheit der westlichen Hemisphäre machte. Außer dem Hauptaltar hat das Bauwerk noch vierzehn Kapellen, in denen die Asche vieler berühmter Persönlichkeiten aufbewahrt wird, die in der Erinnerung des Volkes niemals sterben werden.

Drei Portale gewähren Zutritt ins Innere. Eins an der Nordseite, gegenüber dem Kolumbus-Park. Das Südportal, das auf den Priesterplatz geht, ist auch als das Tor der Vergebung bekannt. Das Eintreten durch dieses Tor bedeutete früher Vergebung für viele Politisch-Verfolgte. Das geschah in Zeiten, da es noch keine internationalen Abkommen oder Verträge gab, die durch politisches Asyl das Leben der Gegner des jeweiligen Regimes schützten.

Auch wenn es heute Abkommen und Verträge zum Schutz des Lebens gibt, glaube ich, dass wir mehr denn je viele Tore der Vergebung brauchen. Das Hauptportal im Plateresk-Stil erreichen wir durch einen Vorhof, der während der haitianischen Herrschaft im 19. Jahrhundert in einen Markt verwandelt wurde.

The Columbus Mausoleum

Christoph Kolumbus starb am 2O. Mai 1506 in Valladolid und König Ferdinand ordnete an, dass auf seinem Grab ein Stein mit folgender Inschrift aufgestellt werden sollte: "Kolumbus gab Castilla und León eine Neue Welt."

Er blieb in Sevilla begraben, bis Doña María de Toledo seine sterblichen Überreste zusammen mit denen ihres Gemahls, Don Diego Kolumbus, zu dieser Perle der Neuen Welt zurückholte, wo sie auf Christoph Kolumbus' ursprünglichen Wunsch hin begraben werden sollten. 1586 wurde die Stadt Santo Domingo vom Piraten Sir Francis Drake geplündert.

Wegen der britischen Habsucht ordnete der Bischof der Kathedrale an, die Inschriften aller Gedenktafeln, welche die Gräber der Kathedrale identifizierten, unkenntlich zu machen, um so die Schändung der Gräber zu verhindern.

detallescoloniales1795 trat Spanien durch den Vertrag von Basel den östlichen Teil der Insel an Frankreich ab. Zu diesem Zeitpunkt beanspruchte Kuba, das unter spanischer Herrschaft verblieben war, die Urne mit den sterblichen Resten von Kolumbus mit der Begründung, dass die diese Überreste auf spanischem Boden ruhen sollten.

Es kam eine Kommission nach Santo Domingo, um die Urne zu holen und da bekannt war, dass sie in der Nähe des Hauptaltars der Kathedrale sein musste, wurden dort Ausgrabungen vorgenommen und man kehrte mit der ersten Urne, die gefunden wurde, zurück. Alle waren der festen Überzeugung, dass diese die Gebeine des Admirals enthielt.

Im Jahre 1877, als die Arbeiten begannen, um die erlittenen Schäden an der Kathedrale auszubessern, war das Erstaunen des Paters Francisco Javier Billini groß: er fand am 10. September jenen Jahres eine bleierne Urne mit folgender Aufschrift: „Der Erlauchte Herr Don Christoph Kolumbus, Erster Admiral von Amerika", eingraviert in Valladolid. Daraufhin wurde sie wieder in die Kapelle Santa María de las Cuevas in Sevilla überführt, um dort ausgestellt zu werden.

Don Emiliano Tejera, ein hervorragender dominikanischer Historiker, gibt in seinem Werk „Die sterblichen Reste von Kolumbus" das Protokoll wieder, das an diesem Tag in der Stadt Santo Domingo angefertigt wurde, um den Fund zu beurkunden.

Darin wird schriftlich festgehalten, dass an diesem Tag das Kabinett, das im Lande akkreditierte Diplomatische Corps sowie kirchliche, bürgerliche und militärische Obrigkeiten einberufen wurden. Vor den Augen des Volkes, das bei Bekanntwerden der Nachricht herbeieilte, und in Gegenwart der öffentlichen Notare, die das Dokument später unterzeichneten, ging man an die Prüfung und die sachverständige Anerkennung der Urne, sowie ihres Inhalts.

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Der Ehrwürdige Kanonikus Francisco Javier Billini öffnete die Urne und zeigte den Anwesenden die sterblichen Reste, er las die auf ihr vorhandenen Inschriften, die auf unwiderlegbare Art bewiesen, dass dies „wirklich und wahrhaftig die sterblichen Reste des erlauchten Genuesen, des Großadmirals Don Christoph Kolumbus, Entdecker von Amerika" waren. Daraufhin verkündete eine Salve von einundzwanzig Schüssen, die von der Artillerie des Platzes abgefeuert wurde, ein allgemeines Glockengeläute und die Akkorde der Militärkapelle der Bürgerschaft dieses so beglückende Ereignis.

1922 wurde das Mausoleum samt Urne in den Faro a Colón (Kolumbus' Leuchtturm) umgesiedelt, das herausstechendste Monument zu Ehren des Mannes, der Amerika entdeckte, Christopher Kolumbus.

Dort liegen nun die sterblichen Überreste des großen Admirals und es gibt eine permanente Ausstellung von fast allen amerikanischen Ländern.

 

Las Reales Atarazanas, The Royal Shipyards

Der künstlerische Ausdruck der Architektur des 15. und 16. Jahrhunderts erhält seinen früheren Glanz zurück in den alten, großen, restaurierten Häusern der Atarazanas. Die enge Straße, die diese Häuser kaum merklich vom Grundstück des Admirals gegenüber dem Kolumbuspalast trennt, bietet dem Besucher Gelegenheit, sich an eine längst vergangene Zeit zu erinnern. Eine Zeit, die mit Ereignissen angefüllt war, die untrennbar mit dem historischen Erbe Amerikas verbunden sind.

Es scheint fast so, als ob aus seinen rustikalen, großen und eifrig bewachten Fenstern die eine oder andere, nach dem Brauch der Epoche gekleidete, Dame herausschaut. Sie verdeckt einen Teil ihres errötenden Gesichts mit dem Fächer, um den Herren und Damen des Gefolges, die in dieser Stadt den ersten Spanischen Hof in der Neuen Welt errichteten, einen höflichen Gruß zu entbieten.

Gegenüber der im 2O. Jahrhundert rekonstruierten Stadtmauer steht ein prächtiges Monument des 16. Jahrhunderts, vollkommen aus Backsteinen erbaut, wo das älteste Vertragshaus und die erste Zollbehörde der Neuen Welt untergebracht waren. Die Reales Atarazanas (Königliche Schiffszeughäuser) bilden ein eindrucksvolles Gebäude, das in seiner Art einzig in Amerika ist. In Europa kommen ihnen nur die Atarazanas Reales von Barcelona gleich, die ebenfalls als ein architektonisches Juwel des katalonischen Hafens angesehen werden.

atarazanastardeWenn Sie am Festungsturm vorbeigehen, finden Sie eine herrliche Promenade neben dem Platz, wo Christoph Kolumbus auf seiner zweiten Reise in die Neue Welt seine Karavellen vertäute.

Von hier aus können wir den Faro a Colón sehen, in dem die sterblichen Reste von Christopher Kolumbus ruhen. Es ist das bedeutendste Denkmal, das in diesem Jahrhundert errichtet wurde, um sein Andenken zu bewahren.

Hier können wir am Ostufer des Ozama-Flusses auch die Kapelle des Rosenkranzes sehen. Sie ist die älteste Kirche der Stadt und wurde 1496 errichtet, als sich die erste Siedlung an diesem Ort, die La Nueva Isabela genannt wurde, auf jener Seite des Flusses befand. Es gibt Unterlagen darüber, dass Fray Bartolomé de las Casas dort 1544 eine Messe hielt, um die Expedition zu segnen, die zur Kolonisierung Guatemalas auszog.

Wenn wir die ansteigende Straße hochgehen, wo sich die Geschäfte des Kunsthandwerks befinden, kommen wir auf die Straße Isabel la Católica, die ehemalige Einkaufsstraße, und wenn wir nach rechts abbiegen, stoßen wir schließlich auf einen Komplex, bestehend aus kolonialer Kirche und Festung, einmalig in der Stadt. Die Kirche und Festung von Santa Barbara liegen im dem Steinbruch, aus dem das Material für den Bau fast aller schon beschriebenen Monumente und der um 1574 errichteten Mauer der Altstadt entnommen wurde. Hier wurde Juan Pablo Duarte, der Vater der Unabhängigkeit, getauft.

callecolonialVon den Gärten der Festung aus hat man einen anderen Ausblick auf die Altstadt. Man kann sich unterhalb der Festung kurz ausruhen und dann den Rundgang wieder aufnehmen, diesmal durch die Straße Arzobispo Meriño, wo wir das Casa de la Moneda (Haus der Münze) betrachten können.

An der Kreuzung der Straßen Delmonte und Tejada sehen Sie zur Rechten die Ruinen des Klosters des Heiligen Franziskus, das 1512 erbaut wurde. Hier wurde Guarocuya erzogen, der später auf den christlichen Namen Enriquillo getauft wurde.

Auf der Straße Arzobispo Meriño, Ecke Luperón, liegt rechts San Nicolás de Bari, das erste Hospital der Neuen Welt. Darin gab es die erste Kapelle der Heiligen Jungfrau der Hohen Gnade, der Schutzpatronin des dominikanischen Volkes. Das Gebäude des Hospitals wurde 1503 erbaut und hat seine majestätische architektonische Gestalt durch die Jahrhunderte hindurch bewahrt.

 

 

Las Casas Reales, The Royal Estates

Der Komplex höchster architektonischer Pracht, der jetzt vor uns liegt, gehört zu den sogenannten Königlichen Häusern aus den Zeiten der Kolonie. Hier wurde die Real Audiencia (Königlicher Gerichtshof) gegründet, das oberste Gericht mit Gerichtsbarkeit in der gesamten Neuen Welt, das König Ferdinand am 5. April 1511 mit Sitz in Santo Domingo ins Leben rief. Später war hier der Palast der Gouverneure und das Generalkapitanat.

Die Real Audiencia schränkte sorgsam die Autorität des Vizekönigs Don Diego Kolumbus ein. Aus Anlass der Abtretung des östlichen Teils der Insel Hispaniola an Frankreich durch den Vertrag von Basel im Jahre 1795 wurde die Real Audiencia am 12. November 1799 nach Kuba verlegt.

An der südlichen Fassade der Königlichen Häuser, die in Richtung der Straße Mercedes geht, können wir das einmalig in der Welt existierende Wappen der Königin Johanna von Kastilien bewundern, die auch als „Juana, die Verrückte" bekannt ist, Gemahlin Philipp des Schönen. Heute, mehr als drei Jahrhunderte nach der Anwesenheit Spaniens auf der Insel, ist es im Museum der Königlichen Häuser öffentlich ausgestellt.

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Wenn wir das Gefälle der Straße Las Damas hinuntergehen, können wir rechts das Stadttor von San Diego sehen, Eingang zu der bewehrten Stadt vom Hafen aus. Die Stadtmauer wurde zwischen 1540 und 1555 errichtet.

In der Straße Isabel la Católica, links von der Plaza de la Contratación, befindet sich La Casa del Cordón (Das Haus der Kordel), das zu Beginn des 16. Jahrhunderts erbaut wurde. Es ist das erste in Santo Domingo errichtete Wohnhaus. Sein ursprünglicher Besitzer, Francisco de Garay, kam mit Christoph Kolumbus auf seiner ersten Reise hierher. Es ist überliefert, dass Garay die erste Person war, die das Amt eines öffentlichen Notars bekleidete und dass er großen Reichtum durch Immobilien ansammelte.Als König Ferdinand Francisco Tapia zum Bürgermeister von Santo Domingo de Guzmán ernannte, musste Don Diego Kolumbus auf Empfehlung des Königs hin den Huldigungsturm als Wohngebäude aufgeben und lebte vorübergehend mit seiner Gemahlin und dem Gefolge im Haus der Kordel.Dort wurden 1510 bzw. 1511 seine Töchter Felipa und María geboren. Heute ist es der Hauptsitz der Dominikanischen Volksbank, die die Restaurierung dieses alten Gebäudes finanziert hat. Besichtigungen sind gratis.

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